Mittwoch, 28. November 2012

Bilder von USB Stick oder Speicherkarte wiederherstellen

Ich denke jeder Fotograf hat bereits einen Speicherkarten Totalschaden erlitten. Voller Freude kommt man vom Fotoshooting nach Hause und will Sichten und Postprocessen, aber leider ist die vorher mühsam befüllte Speicherkarte gähnend leer oder noch schlimmer - sie lässt sich gar nicht erst öffnen.

Keine Panik, noch ist nicht alles verloren. Es gibt eine ganze Schar an Unternehmen, die kostenpflichtig (und das kann ganz schön teuer werden) die Wiederherstellung anbieten - sogar von gewässerten oder verbrannten Festplatten.

Allerdings gibt es auch kostenlose Möglichkeiten, die Wiederherstellung selbst durchzuführen. Linux bietet dabei einen ganzen Satz an Programmen, die Daten aus korrupten Speichermedien wiederherstellen können. Wichtig ist abei erst mal, dass man den Ist-Zustand des Speichermediums festhält und nicht durch (fehlgeschlagene) Wiederherstellungsversuche endgültig zerstört.

Dabei hilft ein

ddrescue -v /dev/sdb ˜/Abbild.iso

Wobei /dev/sdb der Pfad zum Speichermedium (SD Karte, Festplatte, USB Stick, ganz egal) ist. Von System zu System kann das variieren und auch z.B. /dev/sda etc. lauten.

Sämtliche Daten vom Speichermedium werden nun 1 zu 1 in die Datei Abbild.iso geschrieben. Nun erstellt man sich noch eine Sicherheitskopie von Abbild.iso und kann nun sämtliche Wiederherstellungsprozeduren direkt auf das Abbild loslassen, ohne die Originaldaten auf dem Speichermedium zu verändern.

Mit

photorec ˜/Abbild.iso


kann man jetzt das Abbild nach bekannten Dateitypen scannen lassen. Und ein Trost an alle Fotografen: Nicht nur jpg sondern auch RAW Dateien werden von photorec erkannt und, falls möglich, wiederhergestellt.

Übrigens, falls man gerade kein Linux PC bei der Hand hat, so kann man sich entweder eines in einer virtuellen Maschine installieren oder eine Live-DVD benutzen.

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